Die Gemeindeautonomie lebt!

 

Die Vielfalt der Gemeindewelt manifestiert sich in den Öffnungszeiten. Ein Blick in die Gemeinden des Kantons Appenzell-Innerrhoden zeigt es.

 

12.08.2026 – Immer wieder wird geklagt, die Gemeindeautonomie gehe den Bach runter. Meine Beobachtung: Sie lebt. Und wo manifestiert sie sich? In den Öffnungszeiten der Gemeindeschalter für das Publikum. Nichts ist unterschiedlicher, nichts spezifischer je Gemeine, auf nichts wird weniger geschaut, wie es die Nachbarn tun.

 

Jeder öffnet, wie er will. Man stelle sich vor, wie es wäre, wenn auch die Ladenöffnungszeiten von Gemeinde zu Gemeinde ähnlich verschieden wären. Sie glauben mir nicht? Das verstehe ich. Jede Gemeinde ist nur verantwortlich für ihre eigenen Öffnungszeiten. Aus ihrer Sicht ist ihre Öffnungszeit DER Standard. Kein Grund, über den Tellerrand zu schauen.

 

Ich habe es aber gemacht und am Beispiel des Kantons Appenzell-Ausserrhoden mal studiert. Ich hätte jeden anderen Kanton nehmen können, es wäre tendenziell gleich herausgekommen.

 

Also schauen wir das Resultat mal an. Was ab jetzt kommt, ist KI-unterstützt. Wer das nicht will, mag darüber hinweg lesen.

 

«Die Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltungen in den betrachteten Appenzell Ausserrhoder Gemeinden Urnäsch, Gais, Teufen, Speicher, Walzenhausen, Heiden und Herisau unterscheiden sich deutlich. Die Unterschiede betreffen sowohl den Tagesbeginn, die Mittags- und Nachmittagsöffnungen, die Länge der Freitagsöffnung als auch Sonderregelungen während der Sommerferien.

Feststellungen

Die Bandbreite der Öffnungszeiten ist gross:

  • Einige Gemeinden öffnen bereits um 08.00 Uhr, andere erst um 08.30 Uhr oder 09.30 Uhr.
  • Die Vormittagsöffnungen enden je nach Gemeinde zwischen 11.30 Uhr und 12.00 Uhr.
  • Nachmittags sind manche Gemeinden täglich geöffnet, andere nur an bestimmten Tagen.
  • Die Abendöffnung ist unterschiedlich geregelt: Urnäsch und Herisau bieten am Montag längere Öffnungszeiten an, andere Gemeinden nicht.
  • Freitags bestehen stark unterschiedliche Modelle: von nur vormittags geöffnet bis zu durchgehender Öffnung bis 14.00 oder 16.00 Uhr.
  • Während der Sommerferien werden die Öffnungszeiten zusätzlich reduziert, teils nur vormittags, teils mit vollständigen Schliesswochen.»

Ich meine: Solche Unterschiede können zwar nachvollziehbar sein, wirken aber aus Sicht der Bevölkerung unangenehm. Wer auf eine Gemeinde will, ist gut beraten, sich zuvor im Internet kundig zu machen oder anzurufen. Man stelle sich vor, bei Lebensmittelgeschäften müsse man sich zuvor erkundigen.

 

Mein Vorschlag: Blockzeit: Die Gemeinden einigen sich darauf, alle zB. Am Dienstag von 10 bis 12 und von 2 bis 4 offen zu halten. Einheitlich. Im weiteren ist jede Gemeinde frei, die anderen Tage zu bestimmen. Das gäbe einem Kanton einen Standortvorteil weil er die Botschaft senden könnte: Unsere Gemeinden sind Nutzerfreundlich.

 

Denn eines ist sicher: Die Digitalisierung wird nicht so rasch vonstatten gehen, dass sich sämtliche Behördengänge erübrigen.