
18.08.2026 – Immer wieder scheitern regionale Standortförderungen nicht am Geld. Nicht an den Ideen. Nicht an den Projekten. Sondern am Kirchturmdenken.
Die jüngsten Entwicklungen zeigen das exemplarisch: Während Erschwil, eine Gemeinde im Bezirk Thierstein im Kanton Solothurn, den Austritt aus der Regionalorganisation Schwarzbubenland beschlossen hat, denkt Wettingen nach der Nicht-Ansiedlung von Hitachi Energy nun doch plötzlich wieder über ein stärkeres Engagement in der zu bildenden regionalen Standortförderung der Region Ost im Aargau nach.
Beides wirft dieselbe Frage auf:
Wozu gibt es regionale Standortförderung überhaupt?
Wer glaubt, es gehe nur darum, neue Firmen anzulocken, greift zu kurz.
Standortförderung bedeutet vor allem, gute Rahmenbedingungen für die Unternehmen zu schaffen und zu erhalten, die bereits da sind. Diese Unternehmen brauchen qualifizierte Mitarbeitende. Diese Mitarbeitenden brauchen Wohnraum, Verkehrsanbindungen, Naherholung, Schulen, Kinderbetreuung und attraktive Ortszentren.
All das endet nicht an der Gemeindegrenze.
Wenn eine Region attraktiv ist, profitieren alle Gemeinden davon. Auch jene, in denen keine einzige neue Firma vorhanden ist oder entsteht.
Deshalb irritiert das Argument, man brauche «keine neuen Firmen». Darum geht es gar nicht.
Es geht darum, gemeinsam dafür zu sorgen, dass alle Gemeinden dank Unternehmen in einer Region erfolgreich bleiben können.
Wer nur fragt: «Was bringt das meiner Gemeinde?», wird kaum je zu einer funktionierenden Regionalpolitik beitragen. Und auch nicht seine eigene Gemeinde voranbringen.
Die richtige Frage lautet:
«Was können wir dazu beitragen, dass unsere Region stärker wird?»
John F. Kennedy brachte diesen Gedanken einst auf den Punkt:
«Frage nicht, was dein Land für dich tun kann – frage, was du für dein Land tun kannst.»
Für Gemeinden gilt heute etwas Ähnliches:
Fragt nicht, was die Region für eure Gemeinde tun kann. Fragt, was eure Gemeinde für die Region tun kann. Und zeigt auf jene, die hier nicht mittun.
Denn regionale Standortförderung ist eine gemeinsame Investition in die Zukunft.
Wo alle nur den eigenen Vorteil suchen, entstehen Misstrauen, Gifteleien und Blockaden.
Wo Gemeinden gemeinsam an einem Strick ziehen, entstehen Wachstum, Innovation und Lebensqualität.
Regionaler Fortschritt beginnt dort, wo das Wir wichtiger wird als das Ich. Denn eine lebendige Schweiz wächst nur dann lokal, wenn sie regional zusammenwirkt.






