
Und die Spaltung halte immer noch an. Dies die Einschätzung von Lukas Golder im Podcast Kommunal-Geplauder bei Bruno Hofer. Da Vertrauen jedoch die Basiswährung einer Demokratie darstellt, fordert der Politik- und Medienwissenschaftler eine Neubelebung des Dialogs von Mensch zu Mensch.
25.08.2026 – Er ist Verwaltungsratspräsident des gfs, ihm gehören 50% der Aktien und er teilt sich mit Urs Bieri die Geschäftsleitung: Lukas Golder ist seit 27 Jahren beim gfs im Geschäft und hat deren Geschichte nicht nur miterlebt, sondern auch mitgeprägt.
Im Kommunal-Geplauder-Podcast beschreibt er die Entwicklung der Forschung und der Methoden im Bereich der Abstimmungsforschung und bietet einen spannenden Einblick in die Werkstatt. Dank neuer Tools und intelligenter Gewichtungsverfahren könne die Volksseele vor Abstimmungen immer besser gelesen werden.
Seine Dienste würden jedoch zunehmen auch nach negativen Abstimmungsresultaten gefragt, wenn es darum gehe, aus dem Scherbenhaufen das Überlebenswerte auszusortieren und Ideen für neue Lösungen zu gewinnen.
Golder zeigt zudem auf, welche Medien Meinungsmacht entfalten und wie der Willensbildungsprozess zustande kommt. Dabei ist er überzeugt, dass dieser sich über die Jahrzehnte nicht so drastisch verändert hat, wie man meinen könnte.
Auf der kommunalen Ebene ortet Golder ein Partizipationsproblem insbesondere bei den herkömmlichen demokratischen Gefässen wie Gemeindeversammlungen, die chronisch durch tiefe Beteiligung geprägt sind. Dies bedeute, dass wenige aber sehr stark Engagierte unter Umständen eine übermässige Gestaltungsmacht entfalten könnten, um Vorhaben zu Fall zu bringen, die einer schweigenden Mehrheit einen Mehrwert gebracht hätten.
Seine Beobachtung verbindet er auch mit einem generellen Wandel bezüglich des Behördenvertrauens. Dieses habe insbesondere auf Bundesebene im Zuge der Corona-Massnahmen abgenommen und hinterlasse heute noch Risse und Spuren quer durch die Bevölkerung. (Was aus meiner Sicht völlig unverständlich ist, da der Bundesrat ja niemanden gängeln wollte, sondern den Schutz der Gesundheit im Auge hatte).
Gemeinden rät er, auf Vertrauen zu setzen, eine Eventisierung bei öffentlichen Veranstaltungen voranzutreiben und auf den direkten Kontakt zum Stimmbürger zu setzen. Der Niedergang der Lokalpresse lässt sich aus seiner Sicht nicht umkehren, weshalb es nötig sei, eigene Kanäle verschiedenster Art zu nutzen, um das Volk zu erreichen. Bei der Entwicklung von eigenen Plattformen rät Golder jedoch ab. Sie kosten viel Geld und Manpower und hätten am Ende mangels Beteiligung doch keinen Erfolg. Noch immer seien Whatsapp-Gruppen eine zwar sehr rudimentäre, aber total effiziente Methode, um in Einzelthemen den Einbezug sicherzustellen.






