Lokaljournalismus hat Zukunft

 

Gespräch mit Edgar Schuler, Journalist beim Tages Anzeiger, über den Wegfall vieler lokaler Zeitungen, neue Modelle der kommunalen Information und den Wert von Print-Produkten.

 

 

11.05.2026 – Für Edgar Schuler ist das Zeitungssterben im Lokalbereich nicht wirklich eine Katastrophe. Im Gespräch berichtet er von guten Beispielen von Lokalzeitungen, die nach wie vor Bestand hätten. Und was an einem Ort funktioniere, könne doch auch anderswo Erfolg haben.

 

Edgar Schuler verweist zudem auf den medialen Erfindungsreichtum der Branche. So gebe es lokale Formate wie Tsueri,ch oder Bajour.ch, die durchaus ihr lokales Publikum erreichen würden.  

 

Als einen modernen Ansatz beurteilt Edgar Schuler zudem die Community-Plattform Crossiety, die bereits in vielen Regionen im Einsatz ist und sich einer wachsenden Beliebtheit erfreut.

 

Auch der Umstand, dass Nau.ch das Gratiszeitungs-Imperium von Christoph Blocher übernommen habe zeige, dass Print keineswegs ausgedient habe, sondern die Zukunft gerade in einer Kombination von Online und Print bestehen könne.

 

Interessant seien auch Nischenprodukte wie beispielsweise das System «Spatz» des ehemaligen Journalisten Hannes Grassegger, das mit minimalstem personellen Aufwand und unter Zuhilfenahme der KI via Newsletter eine lokale Community adressiere. Edgar Schuler zweifelt jedoch daran, dass solche Ansätze als zukunftsträchtigen Lokaljournalismus bezeichnet werden könnten. Es brauche schon auch Leute vor Ort, die die lokalen Verhältnisse kennen.

 

Als heikel beurteilt Edgar Schuler auch Situationen, in denen Gemeinden selber als Verleger auftreten. Das sei nur sinnvoll, wenn eine gewisse Toleranz gegenüber der Haltung der schreibenden Zunft entgegengebracht werde. Wo Gemeinden bereits bestehende lokale Zeitungen mit amtlichen Mitteilungen finanziell unterstützten, gewinne der Dialog.

 

Das ganze Gespräch hören Sie bei uns im Podcast Kommunal-Geplauder, oder gleich hier: