Demographischer Wandel als Herausforderung für die Raumplanung

Raumplanung ist die Grundlage für Standortförderung. Deshalb ist es gut, haben Bund, Kantone, Städte und Gemeinden gemeinsam das Raumkonzept Schweiz geschaffen. Kommt es in den Gemeinden auch wirklich an? Ein Gespräch mit Lena Poschet vom Bundesamt für Raumentwicklung.

05.05.2026 – Das Raumkonzept Schweiz ist ein Orientierungsrahmen für die räumliche Entwicklung der Schweiz. So ordnet Lena Poschet vom Bundesamt für Raumplanung das Dokument im Gespräch ein. Es sei eine Idee, wie die Schweiz bis 2050 aussehen könnte. Lena Poschet begleitete den mehrjährigen Prozess und lobt die gute Zusammenarbeit im Projekt über alle drei Staatsebenen hinweg.

Das Raumkonzept Schweiz besteht aus einer Leitidee, sechs Zielen in drei Strategien und mündet in Handlungsgrundsätzen. Ein zentrales Element ist die Aufteilung der Schweiz in 12 Handlungsräume, die sich teilweise auch überlappen. Im Vergleich zur ersten Fassung des Raumkonzepts von 2012 sei der Fokus noch stärker auf das Regionale gelegt worden, sagt Lena Poschet. Zudem wurde der Wert der Zusammenarbeit geschärft.

Was sollen nun die Gemeinden konkret damit tun? Für Lena Poschet gibt es keine einheitliche Antwort. Eine Berggemeinde könne nicht mit einer urbanen Gemeinde verglichen werden. In vielen Gemeinden seien jedoch bereits Anwendungen sichtbar, die Vorzeigecharakter aufweisen. So erwähnt Lena Poschet verschiedene Raumkonzepte von Kantonen, die auf das Raumkonzept Schweiz zurückgeführt werden können.

Als Beispiel einer besonders fruchtbaren Zusammenarbeit nennt Lena Poschet die «IG grünes Band» im Raum Bern. Das ist eine Vereinigung von 10 Gemeinden, die im Rahmen eines Modellvorhabens des Bundes den grünen Gürtel rund um Bern gemeinsam gestaltet haben. Um beispielsweise Bern in heissen Tagen zu kühlen, wurde ein Frischluftkorridor geschaffen: kühle Luft fliesst aus dem Agglomerationswald in die Stadt. Voraussetzung dafür ist jedoch eine gemeinsame Planung zur Freihaltung des Gebiets.

Für Lena Poschet liegt die Herausforderung nun darin, die Ideen, die dem Raumkonzept zugrunde liegen, noch stärker in den Gemeinde-Alltag zu integrieren. Besonders hilfreich seien die interaktiven Karten, die in der Online-Version des Raumkonzept als Werkzeug zur Verfügung stehen.

Das Raumkonzept Schweiz will eine Arbeitshilfe für die Planungsgremien sein. Denn weiteres Wachstum der Bevölkerung ist absehbar. Und dazu sei nicht nur die Zahl der Menschen entscheidend, sondern auch die Demographie, sprich die Überalterung der Schweiz. Auch sie stelle die Verantwortlichen vor neue Herausforderungen.