
Die Wahrheiten der Datenzentren
Mit Vorurteilen aufräumen: Unter diesem Vorzeichen fand kürzlich eine Firmenbesichtigung statt, die vom Netzwerk Standort Schweiz organisiert wurde. Sie gewährte spannende Einblicke in die Welt moderner Datenzentren am Beispiel von Green in Dielsdorf.
31. Mai 2026 – Die Wahrheit über Datenzentren vorweg: Sie verbrauchen weniger Energie, als viele vermuten. Gleichzeitig werden sie laufend effizienter. Neue Chipgenerationen reduzieren den Kühlbedarf erheblich, und die entstehende Abwärme kann als wertvolle Energiequelle genutzt und in Fernwärmenetze eingespeist werden. Zudem tragen Schweizer Datenzentren dazu bei, die Abhängigkeit von internationalen Hyperscalern zu reduzieren, indem Daten innerhalb der Schweiz gespeichert werden.
Die Schweiz gilt nicht nur für superreiche Menschen weltweit als sicherer und attraktiver Standort. Auch Unternehmen schätzen die politische Stabilität, die hohe Versorgungssicherheit und den zuverlässigen Schutz ihrer Daten.
Entsprechend überrascht es nicht, dass die Schweiz pro Kopf über eine der höchsten Dichten an Datenzentren weltweit verfügt.
Weil leistungsfähige digitale Infrastrukturen zunehmend zu einem Standortfaktor werden, lud das Netzwerk Standort Schweiz unter der Leitung von Remo Daguati seine Community auf Einladung von Energie 360° – einem Vereinsmitglied – zu einer Besichtigung der Green-Datenzentren in Dielsdorf ein.
Der seltene Einblick in die hermetisch gesicherten Bereiche brachte einige überraschende Erkenntnisse zutage. So betonte Roger Süess, CEO von Green, dass der Anteil der Datenzentren am gesamten Stromverbrauch der Schweiz in den vergangenen fünf Jahren nicht explosionsartig angestiegen sei. Der Anteil habe lediglich um rund 0,5 Prozentpunkte zugenommen.
Ein Grund der wider Erwarten bescheideneren Zunahme liegt gemäss einer Mitteilung aus dem Bundeshaus auch darin, dass viele Firmen mittlerweile ihre Server im Keller mit Speicherplätzen in einem Datacenter wie Green verschiedene anbietet, austauschen. Moderne Datenzentren sind um 46 Prozent effizienter als firmeneigene Rechenzentren, sagt Roger Süess, CEO von Green. Kein Wunder denn auch, dass das Bundesamt für Energie in einer Medienmitteilung kommentieren kann, dass diese gesteigerte Effizienz der Rechenzentren dazu geführt habe, dass der Verbrauch gesamthaft nur moderat zugenommen habe.
Wer seine Server in ein modernes Rechenzentrum verlagert, leistet zudem einen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung. Das Beispiel von Green in Dielsdorf zeigt dies eindrücklich.
Nicht nur ist es eines der grössten in der Schweiz, gleich nebenan gähnt ein Riesenloch im Hinblick darauf, dass dort ein weiteres Green-Datenzenter gebaut wird.
Für Energie 360°, ursprünglich vor allem als Gasversorger in der Region Zürich bekannt, eröffnet dies neue Geschäftsmöglichkeiten, wie Romeo Deplazes, ihr CEO, aufzeigt. Gemeinsam mit Green wurde ein Energiekonzept entwickelt, das zahlreiche Gemeinden in und um Dielsdorf versorgen soll.
Die Abwärme der Green-Datenzentren wird künftig über ein Verteilnetz an eine grosse Zahl von Haushalten und Unternehmen abgegeben. Was früher ungenutzt verpuffte, wird damit zu einer wertvollen Energiequelle für die Region.
Bild: Symbol/KI






