Eine Stiftung, die von der Schweizerischen Notenbank gesteuert wird, soll nach und nach die frei handelbaren Grundstücke in der Schweiz erwerben. Mit dieser Idee möchte Unternehmer Steffen Klatt (Café Europe) die Immobilienspekulation bekämpfen, die die Preise immer höher treibt und bald ganze Städte für Einheimische unerschwinglich zu machen droht.

 

28.06.2026 – Heute soll es mal einen Theorie-Block für die Gemeindeverantwortliche geben. Keine konkrete Hilfestellung für den Alltag, keine Best Practice von der man lernen kann. Nein. Ganz etwas anderes.

 

Steffen Klatt beschäftigt sich als Betreiber und Inhaber einer Agentur für Wirtschafts-Nachrichten seit Jahren auch mit der Basis des Wirtschaftens: Grund und Boden. Und beobachtet wie viele andere auch mit Sorge, wie die Preise immer schneller steigen.

Der Immobilienmarkt ist aus den Fugen. Woher kommt das? Was sind die Ursachen? Wo wäre Abhilfe möglich?

Im Kommunal-Geplauder mit Bruno Hofer teilt Steffen Klatt seine Beobachtungen und Erfahrungen, die er auch in Buchform zu Papier gebracht hat.

 

Bücher schreiben tut er, weil das die Verlängerung seiner Nachrichtenarbeit sei. Wenn man vieles vor Augen habe, dann sieht man nach und nach auch grössere Linien, meint er und die versucht er zu beschreiben mit mehr Worten als nur in kurzen Texten für seine zahlreichen Newsletters.

 

Viel wird geschrieben über mögliche Ursachen der Misere. Die Rede ist von Denkmalschutz, Föderalismusdschungel, Trägheit von Gemeinden bei der Raumplanung und trölerische Einsprachen aller Art. Doch selbst wenn diese Mängel alle beseitigt wären, hätte man noch lange keine gute Situation, meint Steffen Klatt. Auch die Praxis einzelner Gemeinden, mit Steuergeldern Grundstücke zu erwerben und für preisgünstigen Wohnraum einzusetzen, gehe am Problem vorbei. Auch der Weg der FDP, mit neuen Einzonungen neue Grundstücke zum Überbauen bereitzustellen, verschiebe das Problem höchstens ein bisschen auf der Zeitachse. Auch die neue Gesellschaft für erschwingliches Wohnen, die Gemeinden helfen möchte, preisgünstigen Wohnraum anzubieten, sei nur Symptom-Therapie.

Am ehesten den Finger auf den wunden Punkt gelegt habe unlängst einzig die Zürcher SP-Nationalrätin Jaqueline Badran, die in einer Kolumne unlängst das Loblied auf die Regelung des bäuerlichen Bodenrechts hinwies.

 

Man müsste, so Steffen Klatt, Grund und Boden der Spekulation entziehen. Aber nicht, in dem man diese dem König der Schweiz überlasse, der systematisch herrenlose Grundstücke für sich erwerbe. «Das ist zwar witzig, aber damit hat sichs». Meint Steffen Klatt.

 

Nein, Steffen Klatt ortet das Problem am Überwohlstand der Schweiz. Der Tatsache, dass ständig noch mehr Geld vom Ausland in unseren Save-Haven fliesst und den Umstand, dass immer mehr Pensionskassen- und Versicherungsgelder letztlich in den Immobilienmarkt flössen, was die Preise ungebremst in die Höhe treibe.

 

Der Fluss von Geld in den Boden müsse gebremst werden. Mit einem Verbot ausländischer Firmen, Grundstücke in der Schweiz zu erwerben, mit einer Limite für Vorsorge- und Versicherungseinrichtungen bezüglich der Immobilien als Anlageklasse und mit einer Art Stiftung, die bei der Notenbank angesiedelt sei und freie Grundstücke nach und nach aufkaufe.

 

Man muss an die Wurzel des Problems gehen, denn das bisherige Business-Modell der Schweiz sei nicht mehr nachhaltig auf die Zukunft ausgerichtet.