
Voller Geigen
Die Stadt Zürich kratzt an Wolke sieben. Das Hochhaus feiert ein Comeback, urteilte neulich der Tages Anzeiger. «Überall wachsen Türme aus Glas und Beton in die Höhe.» Hochhäuser könnten Wohnprobleme lösen, meint man. Doch was ist dran an dieser These? Eine Immo-Recherche.
21.05.2026 – Ideen gegen Wohnprobleme hat es genug. In Zürich wird gefühlt alle paar Wochen über welche abgestimmt. So auch am 14. Juni wieder. Doch jetzt kommt ein weiteres Element ins Spiel. Das Hochhaus. In die Höhe bauen, weniger Boden verbrauchen, mehr Menschen unterbringen. Ist es die Lösung aller Probleme?
Wie funktioniert der Hochhausbau in Zürich? Antwort auf diese Frage gibt eine Studie der Zürcher Kantonalbank. Sie zeigt, dass hohe Häuser nicht automatisch mehr Leute unterbringen. Oft gibt es in oberen Etagen einfach mehr Platz für Einzelpersonen. Viele der neuen Türme richten sich mit grosszügigen Kleinwohnungen vor allem an Singles und Doppelverdiener. Ein Hochhaus: Ein Luxusprodukt.
Wie möchte die Stadt die Hochhauszene organisieren? Zuallererst hat sie im letzten Februar geplante Hochhauszonen wieder «zusammengestrichen.» Die These: Wer hoch baut, baut teurer und vermietet teurer. Will man das?
Früher baute man Hochhäuser, um preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. Doch die Gebäude wurden bald als seelenlos empfunden. Es kam zu einem Stopp. Doch heute gibt es ein Revival. Aber unter anderen Vorzeichen. Die ZKB meint, es gebe einen Trend zu Prestigeprojekten in Hochhäusern. Mit dem heutigen Hochhausbau bediene man kein Familiensegment.
Die Stadt will preisgünstigen Wohnraum. Was ist die Sicht der Immobilienfachleute? Ihr Urteil unisono: Mehr Höhe zulassen, ohne gleichzeitig die Ausnützungsziffer ebenfalls hochzuziehen, führe nicht zum Ziel. Dies noch zu verbinden mit der Anforderung, den Bau an einen hohen Anteil an preisgünstigem Wohnen zu binden, schrecke Investoren ab.






