
Wo soll das Bevölkerungs-Wachstum angesiedelt werden?
Der Fokus liegt auf mittleren Zentren, sagt Balz Halter, Immobilienunternehmer und mit-Initiator von Urbanistica, der Vereinigung für guten Städtebau. Im Gespräch erläutert er die Urbanistica-Strategie und ruft zur überregionalen strategischen raumplanerischen Zusammenarbeit auf.
01.05.2026 – Das Raumkonzept Schweiz sei eine gute Grundlage geworden, sagt Halter im Podcast. «Aber gewisse Umsetzaspekte fehlen noch.» Man müsse in Richtung Städtenetz gehen. Darunter versteht Balz Halter, dass der Fokus gelegt werden sollte auf Orte, die bereits umfassend mit Infrastruktur erschlossen seien. Dabei gehe es primär um die grossen Zentren wie Zürich, Basel und Genf. Aber auch Mittelstädte wie Winterthur oder St. Gallen und kleinere Zentren in den Regionen könnten mehr Wachstum durch Verdichtung aufnehmen. Aber nicht jede einzelne Gemeinde der Schweiz müsse bei der Aufnahme von Bevölkerungswachstum gleichermassen im Visier stehen.
Ist die Anziehungskraft der grossen Städte nicht doch einfach viel zu gross für eine solche dezentrale Entwicklung? Balz Halter meint nein und verweist beispielsweise auf das Mittelland.
Entlang der A1 zwischen Zürich und Bern sei viel gebaut worden. Manche sprechen sogar von Siedlungsbrei. Balz Halter sieht es anders. Es seien bereits gewisse Identitäten entstanden. Nun gehe es aber noch darum, eine Struktur hineinzubringen, die dazu führt, nicht nur Wohnraum zu schaffen, sondern auch weitere Unternehmen anzusiedeln. Dadurch würden die Orte auch attraktiver für Gewerbe, Dienstleistungen und Kultur inklusive Freizeit und Bildung. Es entstünden richtige urbane Räume, genügsam für sich selbst. Pendlerströme würden reduziert und für Kultur und Freizeit muss nicht mehr in die Grosszentren gepilgert werden.
Doch wie bringt man diese neue Denkweise des Städtenetzes in die Praxis?
Erforderlich seien überregionale Entwicklungspläne mit einem eigenständigen Gewicht, meint Balz Halter. Raumplanung und Standortförderung sollten aus einer Hand betrieben und auf regionaler Ebene koordiniert werden. «Die Gemeindeautonomie sollte nicht eingeschränkt werden, denn die Einwohnenden haben ein Interesse an ihrer unmittelbaren Umgebung, wo sie auch mitbestimmen können. Die alles entscheidende Frage, die zurzeit noch offen sei, sei, wie viele Einwohner die Schweiz überhaupt vertrage. Das sei nicht entschieden.
Nun: Die Abstimmung über die Volksinitiative der SVP zur 10 Mio-Schweiz wird dazu eine Antwort geben, wenn sie angenommen wird.
Das ganze Gespräch können Sie hier auf Spotify hören:






