Die Cyber-Kriminalität ist zu einer ganz gewöhnlichen Wirtschaftsbranche geworden. Dies wurde an einem ERFA-Anlass von Myni Gmeind klar. Schon ein tägliches Reboot des Computers minimiert aber das Risiko.

19.02.2026 – Der ERFA-Stammtisch zur Cyber-Kriminalität hat mich wirklich beeindruckt. Vor allem das Referat von Pascal Reiniger aus dem Kanton Basellandschaft war eindrücklich. Aber auch die Ausführungen von Stefan Haller von Linkyard machten mir klar, dass es hier nicht um Hackertypen in Hoodies geht, die in dunklen Kellern auf ihren Tastaturen herumhämmern. Es ist ein Wirtschaftszweig, der längst in den Lounges der Nobel-Elite angekommen ist. Die Organisatoren fahren Ferrari und Lamborghini. Die Branche arbeitet weltweit, ist arbeitsteilig unterwegs und bestens vernetzt. Staaten lassen sie gewähren solange sie sich nicht gegen sie selber wenden. Staatliche Spione stellen übrigens beim Hacken eine Minderheit dar. Und natürlich geht es nicht um Fun, sondern nur um eines: Geld. Der Umfang der Branche übersteigt den Drogenhandel bereits massgeblich.

Studien zufolge werden rund 1/3 bis 2/3 der Lösegeldzahlungen nämlich echt realisiert. Und noch etwas schien mit sehr interessant: Sehr viele IT-Systeme sind bereits infiziert, aber niemand merkt es. Es wird von aussen zugeschaut und erst im bestimmten Fall zugeschlagen, respektive erpresst. Cyber-Versicherungen tragen tragischerweise sogar dazu bei. Die Hacker kennen die Deckungsumfänge und passen ihre Forderungen entsprechend an.

Als erste und recht einfache Massnahme wird empfohlen, jeden Tag schon mal den Computer zu rebooten. Im weiteren ist es absolut zentral, alle zu schulen, wie sie in E-Mails Phising-Attacken entdecken. Das ist nämlich die billigste Art, um einzuschleichen und Systeme zu infizieren.

Externe Unterstützung ist wichtig aber man soll gut auswählen. Nicht immer ist der billigste der Beste. Qualität ist erste Prio. Der Lieferant sollte jedoch beweisen, dass er mit dem Security Operation Center des Bundes vernetzt ist. Pascal Reiniger, Security-Verantwortlicher im Kanton Basellandschaft, warnte auch in seinem Referat, keinen Schönrechnerei zu betreiben. Auch wenn ein Risiko minimal sei, müsse man es sofort angehen. Es auf die lange Bank schieben sei trügerisch. Es gehe nicht um die Frage, ob etwas passiere, sondern lediglich wann.

Sehr wichtig sei auch der Passwort-Schutz: Eine zwei-Faktor-Authentifizierung sei Pflicht. Infiziert werden können nicht nur Computer, sondern auch IOT-Systeme wie Liftsteuerungen etc. Das Internet of Things im 5G-Zeitalter eröffnet neue Möglichkeiten, auch für die Hackerbranche. Und nicht zu vergessen: Alle Hacker-Vorfälle müssen dem Bund gemeldet werden!

Mit der Fachinformation hat Myni Gmeind einmal mehr wichtige Hilfestellungen angeboten, die leicht anzuwenden sind. Der Online-Austausch wurde denn auch rege besucht.