
In den letzten Tagen ist das Büsi Cleo zum Medienstar geworden. Cleo, so konnte man lesen, begleitet ihr Frauchen in der Gemeinde Füllinsdorf jeden Tag zur Bushaltestelle und wartet, bis es wieder zurückkommt – auch wenn das Wetter so ist, dass man eigentlich keinen Hund rausschickt und schon gar nicht ein Büsi. Nur: Cleo blieb unbeeindruckt und liess sich von ihrem Ritual auch bei Wind und Regen nicht abhalten. Das brachte mitfühlende und tierliebende Menschen auf den Plan. Sie haben diesen für Katzen nicht ganz üblichen Treuebeweis beobachtet. Eine unbekannte Person nutzte ihr handwerkliches Geschick, griff in die Werkzeugkiste, baute einen wettersicheren Unterstand und stellte ihn neben die Bushaltestelle. Schön gepolstert natürlich, damit Cleo eine einladende Liegefläche und ein gemütliches Schlafplätzchen hatte. Und siehe da, sie nahm das professionell gefertigte Präsent an und machte das Häuschen zu ihrem Tagesplatz. Und mehr noch: sie wird mit Goodys beschenkt und hat einen eigenen Instagram-Account bekommen, auf dem ihr Promistatus gepflegt wird.
Bis vor einigen Tagen schwebte jedoch ein Damoklesschwert über der kleinen Unterkunft, war es doch lange nicht klar, ob sie dort bleiben durfte oder nicht. Endlich kann Cleo – oder vielmehr ihre Besitzerin – aufatmen: Der Gemeindepräsident von Füllinsdorf zeigte sich als wahrer Katzenfreund. Er gab seinen Segen zum Wartehäuschen und liess es durch die Polizei sogar noch mit Reflektoren ausstatten. Wenn das nicht eine grossartige Geste ist! Und die Moral der Geschichte: Es gibt doch noch gute Menschen, und die die Welt ist gar nicht so schlecht, wie sie die vielen Pessimisten sehen wollen.
Füllinsdorf gebührt ein grosses Kompliment und hat hoffentlich viele Nachahmer.
