Versicherungen in Gemeinden: Brokerlösungen machen Sinn. Das Beispiel der Stadt Zug
Zug, 18.06.2025 – Eigentlich steht die Stadt Zug nicht allzugross unter Sparzwang. Dennoch hat sie sich schon vor vielen Jahren entschieden, das Management ihrer Risiken einem externen Broker anzuvertrauen. Im Gespräch mit Stadtrat Urs Raschle, Vorsteher des Finanzdepartements und Markus Michel, Leiter Grundstücksgewinnsteuern, versuche ich zu ermitteln, worin die Vorteile dieses Schrittes liegen und wo die Grenzen des Outsourcings von staatlichen Aufgaben zu sehen sind.
Was waren die Gründe für das Outsourcen des Risikomanagements?
Markus Michel: Ich schätze, dass sich der Verwaltungsaufwand um rund die Hälfte reduziert, wenn man einen externen Broker beizieht. Der Vorteil liegt auch im Know How, das extern zur Verfügung steht, was oft auch dazu führt, dass tiefere Preise für Versicherungsleistungen herauszuholen sind. Die Überzeugskraft des externen Fachverstandes vermag zudem oft auch intern Verwaltung und Politik überzeugen.
Was würden Sie Gemeinden raten, die sich mit der Outsourcing-Frage beschäftigen?
Markus Michel: Bevor man handelt, lohnt sich eine Analyse aller Abteilungen. Welche Risiken gibt es? Welche Versicherungen bestehen dafür? Wo sollte die Deckung erhöht, wo kann sie reduziert werden? Wo gibt es eine Doppelversicherung? Antworten auf diese Fragen können schon mal viel Geld einsparen.
Gibt es auch möglichen Risiken oder Probleme durch die externe Vergabe des Versicherungsmanagements?
Urs Raschle: Eigentlich nicht. Das Risiko besteht höchstens darin, dass die Kontinuität nicht gewährleistet werden kann, wenn nach einigen Jahren eine Neuausschreibung erfolgen muss mit einem allfälligen Umstellungsaufwand bei einer Vergabe an einen neuen Mandatsträger.
Gibt es Grenzen beim Outsourcing? Welche Aufgaben sollte der Staat nicht extern vergeben?
Urs Raschle: Die Grenze liegt dort, wo es um Kernaufgaben hoheitlichen Handelns geht. Kein Problem sehe ich jedoch beispielsweise bei der IT, wo auch wir in Zug ab 2026 eine externe Lösung haben werden. Das Bauwesen ist ein Grenzfall, den man so oder so sehen kann. Beim Immobilienmanagement haben wir bewusst auf inhouse gesetzt, weil wir die Chance und die Möglichkeit haben, hier auch sozialen Wohnungsbau betreiben zu können in der Stadt Zug.
Bruno Hofer Kommunalmanagement: Vielen Dank für dieses Gespräch.
Disclaimer: Zug hat ARISCO Risk Consultants. Die Firma ist Content Partner von Hofer Kommunalmanagement.
im Bild vlnr: Markus Michel, Urs Raschle