Tübingen hats gepackt

 

Mit Petitionen wehrt sich das Volk gegen neue Mc Donalds. Doch es gibt Lösungen gegen Littering. Tübingen machts vor.

 

 

14.03.2026 – Eine Petition will verhindern, dass beim Bahnhof Stettbach eine Burgerbude errichtet wird. Als ich das las, dachte ich, es sei eigentlich verständlich, dass McDonalds Stettbach als Standort wählte. Schliesslich ist es ein Verkehrsknotenpunkt am östlichen Rand der Stadt Zürich, wo S-Bahn, Tramlinie, zahlreiche Buslinien ins Glattal und ein Anschluss an ein Velowegnetz sowie viele Pendlerparkplätze bestehen. Gesunde Ernährung hin oder her: Ein Bedürfnis ist es sicher.

 

Doch wenn fast 1800 Personen dagegen unterschreiben, dann ist das eine Opposition. Und wirklich: auch andernorts – in Dübendorf und im Limmattal – laufen Bewohnerinnen und Bewohner Sturm gegen geplante McDonalds-Filialen. So gibt es Widerstand im Niederdorf in der Zürcher Altstadt.

 

Einer der Gründe der McDonald-Gegnerschaft ist das Littering, der Abfall. Dieser wird in den umliegenden Gassen und Plätzen jeweils erwartet. Dies wirft die Frage auf, wie andernorts damit umgegangen wird. Werfen wir dazu einen Blick nach Tübingen. Das habe ich jüngst mal studiert. Denn es ist nämlich interessant. Der dortige Bürgermeister heisst Boris Palmer, ist ein ausgetretener Grüner, der aber nach wie vor eng ist mit dem nun frisch bestens gewählten Baden-Württemberger Grünen-Spitzenkandidaten Cem Oecemir. Und Palmer hat dort vor Jahren eine Trendwende im Littering geschafft. Das Zauberwort heisst: Verpackungssteuer. Sogar das Bundesverfassungsgericht hat sie als zulässig erklärt. Die Wirkung wurde wiederholt positiv bewertet. Das Überquellen öffentlicher Mülleimer wird erwiesenermassen seltener beobachtet.

 

Ob das Beispiel im Kanton Zürich Schule macht, wird sich zeigen müssen. Bis jetzt hat eine solche Idee in der Schweiz keine Anhängerschaften. Dabei wäre ein Ansatz gegeben: Am 25. September 2022 haben die Stimmberechtigten des Kantons Zürich den Gegenvorschlag zur Kreislauf-Initiative mit über 89 Prozent angenommen. Daraus könnte man sicher auch eine Verpackungssteuer ableiten.