
Ohne Mona mittendrin – Geheimgang 188
Ein Rätselspass in Winterthur erfreut sich grosser Beliebtheit. Jetzt gibt es sogar ein neues Angebot. Miro Hintermüller im Gespräch.
Die Freizeitindustrie boomt. Immer mehr Gemeinden freuen sich, wenn an ihrem Standort Angebote geschaffen werden mit Unterhaltungscharakter für die Einwohnerschaft. Gerade in Zeiten zunehmender Stressfaktoren am Arbeitsplatz sind Erholungsangebote mehr und mehr hoch im Kurs angesiedelt.
Dabei spielt der Bereich der «Escape-Rooms» eine zunehmende Rolle. Angebote spriessen wie Pilze aus dem Boden. Eines davon ist der «Geheimgang 188» in Winterthur. Ich habe deshalb mit Miro Hintermüller, der dieses Angebot gemeinsam mit Cédric Wyss betreibt, ein Gespräch geführt und gefragt, was eigentlich Menschen dazu bringt, sich einschliessen zu lassen.
Ja, meint Hintermüller, früher waren solche Escape Rooms wirklich abgeschlossene Räume, die nur zu verlassen waren durch Lösen eines Rätsels oder die Aktion der Aufsicht. Heute jedoch – gerade im Zeitalter der zunehmenden Bewusstwerdung von Brandgefahren – seien solche Rätselspiele offen.
Auf einem ehemaligen Sulzer-Areal haben die Betreiber auf rund 700 Quadratmeter unterirdisch vor 10 Jahren in zahlreichen Räumen eine Parallelwelt errichtet. Der Fokus wird gelegt auf Storytelling und die Spielenden erleben sich als «Akteure in einem Film», wie Hintermüller berichtet. Das Erlebnis sei multimedial und multisensorisch. «Sogar Dürfte sind jetzt einbezogen.»
Man ist nicht einfach Zuschauer, man ist mittendrin. Das Ziel bestehe darin, in einer Gruppe gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Insgesamt sechs Spiele werden von Geheimgang 188 angeboten. Jedes ist anders und auf seine eigene Art exklusiv. Zurzeit ist das Angebot auf Winterthur beschränkt. «Andere Gemeinden haben uns noch nicht angefragt.» Doch würden ihre Game Design Expertise oft gefragt. «So durften wir für den Stadtbus ein Spiel gestalten und im Fürstentum Liechtenstein eine Spielwelt für Biodiversität realisieren.»
Im Geheimgang 188 fanden letztes Jahr rund 12’000 Besuchende hinein und wieder hinaus. Dieses Jahr sollen es noch mehr werden, denn ein neues Angebot lockt: «Das Erinnerungsarchiv» soll in die Erinnerungen eines Menschen bis hinab in das Unterbewusstsein einzutauchen um „ein dunkles Geheimnis zu lüften“.






