
Workshops scheitern selten am Thema – aber oft am Einstieg.
27.12.2025 – Ob Legislaturplanung oder Gesamt-Projekt: Ein Workshop in einer Gemeinde bringt Mehrwert. Doch er will gut vorbereitet und durchgeführt sein. Und oft entscheiden bereits die ersten zehn Minuten, ob er trägt oder zäh wird. Genau diese 10 Minuten werden meist stiefmütterlich behandelt. Hier ein paar Beispiele wie man vorgehen könnte.
Variante 1 Befindlichkeitsrunden.
Sie holen die Teilnehmenden genau dort ab, wo diese sich selbst definieren. Und nicht dort, wo eine Traktandenliste sie gerne sehen würde. Alle bezeichnen den Ort in ihrer Gemeinde, wo sie sich am liebsten aufhalten, mit einer kurzen Begründung (Achtung: Der Kachelofen in der eigenen Behausung zählt nicht!). Oder: „Worauf bin ich in meiner Gemeinde besonders stolz?“ Auch hier mit dem «warum».
Variante 2 Erwartungsrunden.
Alle Teilnehmenden verfassen eine Schlagzeile, die über jenem Zeitungsartikel stehen könnte, der am Folgetag zu diesem Workshop erscheint. Das ist natürlich hypothetisch, denn über interne Workshops gibt es keine Medienberichterstattung. Es ist aber eine etwas unverfänglichere Art, die eigene Erwartungshaltung an den Workshop zu benennen.
Variante 3 Heiteres Rätsel-Raten.
Entweder man stellt einen Korb mit Nüssen auf den Tisch und lässt alle über die Anzahl raten. Oder man stellt eine Knobelfrage aus einem Rätselbuch und lässt alle ein bisschen brüten. (Achtung: Das Rätsel so wählen, dass ein um-die-Ecke-denken zur Lösung führt).
Der Rahmen
Bei all diesen drei Varianten kann man es auch so organisieren, dass immer zwei Personen zusammen die Aufwärmrunde durchführen müssen. Das schafft eine gewisse Offenheit im Team. Das Zusammensein muss erwürfelt werden. Es darf nicht so sein dass in jedem Fall jene, die sich ohnehin am besten mögen, das Problem gemeinsam angehen.
Variante 4 Aber bitte mit Schuss.
Was ich selber erlebt habe bei einem Workshop? Ich trat ins Zimmer, war bereit für einen guten Einstieg, klappte meinen Laptop auf und er begann ihn hochzufahren. Dann ging ich die Gesichter durch. Eine Person fehlte noch. Also wartete ich. Die anderen plauderten. Endlich kam die fehlende Person auch ins Sitzungszimmer. Sie hatte eine Flasche in der einen Hand und ein Set mit kleinen Stamperl-Gläsern in der anderen. Die Minen der Leute im Saal hellten sich auf. Sie wussten, was kam. Ich zog erstaunt meine Augenbrauen hoch und zeigte ein fragendes Gesicht. Nachdem wir einander mit dem Pflüümli zugeprostet hatten, kam es zu einer frohen Runde Gelächter und ich konnte starten. Aber direkt in medias res. Meinen Einstieg konnte ich vergessen. Das Honorar kriegte ich trotzdem. So arbeite ich gerne.






