So kann sich das Blatt wenden: Früher holte das Zürcher Oberland mit der Marke «Natürli» Preise bei Standortförderorganisationen wie bei der Schweizerischen Vereinigung für Standortmanagement. Heute ist die Region negativ in den Medien. Der Zürcher Oberländer schreibt, seit Jahren werde die mangelnde Wirtschaftsförderung kritisiert. Man habe zwar einen neuen Verein gegründet, aber die Wirtschaft melde Zweifel. Die Rede ist von mangelnder Wirtschaftsförderung.

Wenn Wirtschaftskreise die Arbeit einer Wirtschaftsförderung kritisieren, muss das jedoch noch nicht heissen, dass die Arbeit der Instanz ungenügend ist.

Es gibt manchmal auch Wirtschaftskreise, die eine Instanz für ihre eigenen Zwecke nutzen möchten. Bei der Standortförderung für die Wirtschaft ist ja zu unterscheiden zwischen zwei verschiedenen Funktionen (siehe Bild).

Ansiedlungsmanagement: Hier geht es um den Zuzug neuer Firmen. Hier können natürlich schon Konflikte entstehen. Neue Firmen können für bereits ortsansässige Firmen eine Konkurrenz darstellen. Und nicht alle haben das gern. Ich habe das schon selber in meiner Arbeit erlebt. Deshalb sollte beim Ansiedlungsmanagement nicht die Wirtschaft dreinschwatzen. Nur eine neutrale Ansiedlungspolitik hat den richtigen Fokus. Wenn sich die Kritik von Wirtschaftskreisen gegen das Ansiedlungsmanagement richtet, ist vertiefte Prüfung der Motivation am Platz.

Wirtschaftsförderung: Hier geht es jedoch in erster Linie um Bestandespflege. Also darum, dass Firmen am Ort sich wohl fühlen und bleiben möchten. Und da ist es unerlässlich, die Meinung der Wirtschaft abzuholen. Durch Befragungen, durch Vernetzungsanlässe. Und vieles mehr.

Das Zürcher Oberland tut gut daran, den einstigen guten Ruf wieder herzustellen. Durch einen Einbezug aller Akteure. Damit negative Berichterstattung in den Medien ein Ende hat und die Marke «Zürcher Oberland» wieder so positiv dasteht wie ehedem.

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