Gerade jetzt, in den letzten Sonnentagen des Spätherbstes sind gerade kleinere Gewässer wie der Hallwilersee beliebte Ausflugsziele für schöne Spaziergänge und zum Verweilen. Doch nicht selten müssen wir leider erleben, dass wir nach langer Anfahrt vor überfüllten Parkplätzen stehenbleiben. Hier setzt nun jedoch ein neues Smart Regio Projekt ein, das jüngst am zweitägigen Smart Regio Lab Lenzburg Seetal in Lenzburg weiterentwickelt wurde. André Golliez, Spiritus Rector und Projektleiter des Smart Regio Lab Lenzburg Seetal, beschreibt die Vision des Vorhabens wie folgt:

«Spezielle Sensoren erfassen an den neuralgischen Punkten («Point of Interest», POI), z.B. auf den Parkplätzen, in den Restaurants oder an den beliebten Uferregionen kontinuierlich die Besucher und Fahrzeuge, und melden diese real time an die zentrale Datenplattform («Data & Content Hub»). Dort werden die Daten mit den vorab eingestellten Schwellwerten für die einzelnen POIs verglichen und in ein einfaches Ampelsystem umgesetzt: «grün» – es hat noch genügend Platz, «gelb» – es wird langsam eng, «rot» – es ist voll. Diese Ampel wird dann je POI auf den Apps und Websites zum Hallwilersee den Besuchern angezeigt oder mit einer Push-Nachricht via SMS, Whatsapp oder einem anderen Nachrichtendienst direkt zugeschickt. Mit dieser Information können die Besucher ihren Aufenthalt in der Region Hallwilersee zeitnah disponieren und die üblichen Überlastungen können vermieden werden.»

Noch befindet sich das Projekt in der Startphase. „Wir haben im Rahmen des Smart Regio Lab Lenzburg Seetal versuchsweise einige Sensoren im Resort Seerose und beim Schloss Hallwyl platziert, um das Besucheraufkommen zu messen. Die real time Übermittlung der Daten an die Datenplattform hat funktioniert und die Ampeln konnten für die betreffenden POIs erfolgreich auf einer Website und einer Mobile App angezeigt werden.“

Die nächsten Schritte bestehen nun darin, zusammen mit den Stakeholdern am Hallwilersee (Schiffahrtgesellschaft, Seerose, Ranger, Schloss Hallwyl, Seegemeinden etc.) das Besucherlenkungssystem schrittweise aufzubauen und operativ in Betrieb zu nehmen.

Golliez denkt aber bereits weiter: die Besucherlenkung am Hallwilersee soll ein Pilot werden, der auch an anderen Hot Spots zum Einsatz kommen soll.

„Wir denken da zum Beispiel an die Luzerner Innenstadt und den Vierwaldstättersee.“ Hier wird die Aufgabe komplexer angepackt. „Wir denken nicht nur an See-Spaziergänge und die Schifffahrt, sondern auch an POI‘s wie die Rigi, den Pilatus oder die Kapellbrücke in Luzern.»

Golliez ist mit seiner Firma Zetamind gemeinsam mit Marc Linder in verschiedenen typähnlichen Projekten engagiert:

„Bei Smart Regio Projekten geht es darum, die Digitalisierung nutzbar zu machen für alltägliche Anwendungen, die viele Menschen betreffen und jene Gemeinden besonders voranbringen sie sie nutzen, erläutert Golliez.

Das Beispiel zeigt: Die Digitalisierung hat sehr viele Gesichter. Für Gemeinden, Städte und Regionen wird sie in der Form von «Smart-Lösungen» eingesetzt. Am Ende wird in 5G alles Smart sein: Cities, Regionen, Gemeinden und auch alle einzelnen Elemente darin. Das erleichtert die Zurechtfindung, optimiert unsere Zeit und auch alle anderen Ressourcen.

Ihr

Bruno Hofer

29.10.2021