Das weltbekannte Wifi-Zeichen – Beleg für den Internet-Zugang und die Modernität – hat drei Wellenbögen (vgl. Bild).Das Wappen der Freiherren der Regensberger (11. Jahrhundert) hat drei Balken. Ist diese Dreier-Ähnlichkeit ein Zufall? Kaum. Es muss anders sein.

Als weiland im Raum um Zürich nach dem Abzug der Römer und der Alemannen im Mittelalter das Freiherrengeschlecht der Regensberger die Herrschaft übernahm, wählten sie wohlweislich die Dreiheit im Wappen. Sie ahnten damals schon, dass dies hier am Ort in ferner Zukunft eine Rolle spielen würde. Welche wussten sie noch nicht, aber sie schienen etwas geahnt zu haben.

Sie errichteten auf dem Moränenhügel bei den Katzenseen mit ihrer Stammburg «Regensberg» Dauerhaftes. Es entstand daraus eine Obervogtei und am Ende eben die Gemeinde Regensdorf. Das Wappen zieren noch immer die drei Balken des Freiherrengeschlechts. Gut gemacht!

Nun nimmt der Gemeindepräsident Max Walter den Wifi-Faden und die drei symbolischen Balken wieder auf. Er will – so steht es in der Lokalpostille «Furttaler» vom 10.12.2021 – dass Regensdorf sich Schritt für Schritt zur Smart City resp. zu Smart Regensdorf entwickelt.

Smart City ist ein schillernder Begriff, wie ich in einem Merkblatt festhalte.

An sich ist es nichts Revolutionäres. Es geht einfach darum, immer und überall alles so umzustellen, dass es einfacher und günstiger mit digitalen Instrumenten genutzt werden kann. Zum Vorteil von Menschen und Unternehmen.

Anderseits ist Smart City umfassend. Es betrifft nicht nur E-Mails, sondern vom Verkehr bis zu den Altenheimen. Im Grunde ist es eine Philosophie, eine Haltung. Es geht um die Entwicklung einer Smart City Identität. Und dann lebt man das auch.

Es gibt verschiedene Wege, eine Smart City zu schaffen. Dietikon’s Standortförderer Adrian Ebenberger hat einfach ein Konzept entwickelt und man lebt nun danach. Fünf Kapitel und eine Schlussbetrachtung. Das ist schon alles.

Einen anderen Weg geht Regensdorf. Hier ist mit Marco Renggli ein Spezialist an Bord, bei dem die Fäden zusammenlaufen. Aufgebaut wird hier nach der Methode des Smart City Wheels, allerdings adaptiert an die örtlichen Verhältnisse. Unterstützung bietet die ZHAW. Ein Team um Alexander Mertes ist an Bord.

Das Smart City Wheel besteht aus zwei konzentrischen Ringen. Im Innenring geht es um Grundsätzliches, weiter entfernt vom Zentrum wird es konkreter.

Die Definition der Inhalte im Smart City Wheel für Regensdorf erfolgte in zwei Phasen.

Phase 1: Zuerst kam eine Steuerungsgruppe zum Einsatz. Diese wird von Gemeindepräsident Max Walter geleitet. Ihm zur Seite steht Stefan Pfyl, der Gemeindeschreiber, Marc Weidmann von den Finanzen und Karin Lomartire, Leiterin der Sicherheitsabteilung. Projektleiter ist Marco Renggli.  Hier wurden in einer ersten Phase die Themen des inneren und äusseren Kreises definiert. Im Schritt zwei wurde die Steuerungsgruppe durch weitere Abteilungen ergänzt. Herauskam je eine Liste für den inneren und eine für den äusseren Ring des City Wheels:

Innerer Ring: Regensdorf erleben, Regensdorf mitgestalten, Regensdorf leiten und vernetzen, Regensdorf stärken und entwickeln

Aeusserer Ring: Hier wird es konkreter. Es geht um Freizeit und Sport; Gastronomie und Hotellerie; Lebensraum (für Familien und Arbeitsplätze), die Infrastruktur, Business und Kongresse, Gesundheit sowie Wohnen und Arbeiten. Ferner um die Gestaltung des öffentlichen Raums und die Naherholungsgebiete. Doch jetzt erfolgt der Einbezug des Volks.  

Aktuell erfolgt ist nun der Startschuss für eine Online-Umfrage. Ziel sei es, die Themen festzuhalten, die in den nächsten Jahren in Regensdorf bedeutsam werden, sagt Marco Renggli im Gespräch.

Die Umfrage geht an alle, «die sich mit Regensdorf in irgendeiner Weise verbunden fühlen».

Due Umfrage läuft bis Ende Monat. Mit den Ergebnissen ist bis Ende Februar zu rechnen. Bedeutet dies, dass nun ganz Regensdorf auf Digitalisierung umgestellt wird? Gemeindepräsident Max Walter winkt ab: «Smart Regensdorf ist umfassender. Es geht nicht nur um Digitalisierung, sondern um ein neues Verständnis und ein Leitbild für die Zukunft, was mit dieser Technologie aufgebaut werden soll.»

So hat denn auch das rund CHF 40’000.- Franken umfassende Projekt einen gewichtigen Zusatznutzen: Das Leitbild der Gemeinde Regensdorf wird in dieser Gelegenheit neu verfasst und verankert.

Ihr

Bruno Hofer

12.01.2022