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Der Schwarzwald lockt

Tapete an der Wand

Seit der Abstimmung über das CO2 Gesetz ist die Schweizer Medienlandschaft wie verhext. Alle Themen werden nur noch auf den Stadt-Land-Graben abgeklopft. Auch die Politik macht munter mit. So hat die SVP jüngst das Landvolk als Opfergruppe ausgemacht. Die Medien waren voll davon.

Nun hier das neuste Beispiel: Der Impfgraben zwischen Stadt und Land. In der Stadt sitzen die Braven. Sie lassen sich impfen. Auf dem Land hausen die Menschen, die auf Obstruktion machen und sich nicht impfen lassen wollen. Um diesen Tenor zu untermauern, lässt unser Landesblatt «CH-Media» eine Grafik erscheinen, wonach Zürich Top und der Bezirk Muri im Aargau Flop ist. Im Begleittext wird vom Stadt-Land-Impfgraben gesprochen.

Die implizite Botschaft, die aussagt, wo die Guten und wo die Schlechten wohnen, ist weder sinnvoll noch durch Fakten vollumfänglich gestützt.

Nicht nur deshalb, weil bei genauerer Betrachtung die These aus der Grafik (siehe Bild) überstrapaziert wird. Wenn sie nämlich stimmen würde, dann dürften Basel-Landschaft und Basel-Stadt nicht nahe beieinander sein. Sie sind es aber. 67 Prozent BS, ebenfalls 67 Prozent für BL.

Vor allem aber deshalb, weil es nicht erstaunt, dass Menschen in den Städten sich eher und lieber impfen lassen als Leute auf dem Land. Wer in einer Stadt lebt, tut dies oft deshalb, weil dort mehr los ist. Daran teilnehmen kann man aber nur dann, wenn man geimpft ist. Wem das Club-Leben und die Zerstreuung nach Feierabend weniger bedeutsam sind, hat eher Lust auf dem Land zu verweilen, wo die Ruhe vorherrscht, unberührte Natur sich anbietet und man vielleicht auch etwas zurückgezogen leben kann. Dort aber, wo er häufig mit denselben Menschen zusammen ist, die auch in der Umgebung anzutreffen sind, und wo weniger Austausch mit Nah und Fern stattfindet, dort setzt man auch die Impfpriorität etwas tiefer. Was also natürliche Ursachen hat, muss keineswegs verpönt werden.

Das Beispiel zeigt: Der Stadt-Land-Graben mit einer moralistisch untermauerten Tonalität (hier die Guten dort die Schlechten) ist herbeigeschrieben. Er ist zurzeit en-vogue. Es macht sich chic ihn jetzt zu bemühen und ihn zu zelebrieren. An allen möglichen Themen.

Diese Entwicklung ist gefährlich. Denn wo er noch nicht vorhanden ist: Eine solche Berichterstattung schürt ihn, den Stadt-Land-Graben. Er reisst ihn dort auf, wo es gar keine Begründung für ihn gibt. Jeder Statistiker weiss: Man soll nicht Äpfel mit Birnen vergleichen und seine Schlüsse ziehen. Genau dies aber wird hier gemacht, um Leit-Trends in der Publizistik zu genügen.

Ihr

Bruno Hofer

08.08.2021

Verweise

Bog-Beitrag Städteverband

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Broschüre Band 1: Das Gemeinderating kennen und verstehen