Gründerszene Schweiz: Niemand kennt die Entwicklung so gut wie das Institut für Jungunternehmer in Schlieren. Das IFJ bietet Kurse für Jungunternehmer an und hilft mit, wo immer das möglich ist. Jährlich werden rund 20’000 Gründerinnen und Gründer begleitet. Im Angebot sind Intensivkurse, Workshops, Fachreferate und Events, aber auch Business-Software und Förderprogramme. Nun hat das Institut für das Jahr 2020 seine Einblicke in die Gründerszene mit einer Dokumentation ergänzt. Im Detail wird aufgelistet, wie  viele Neugründungen pro Kanton gemäss Daten der Handelsregister verzeichnet worden sind.

 

Die Neugründungen gingen in den Kantonen der Westschweiz und im Tessin zurück. Den stärksten Einbruch erlebte jedoch Schaffhausen. Im Kanton um den Rheinfall wurden 2020 nur noch 321 neue Firmen gegründet. Im Vorjahr waren es 365 gewesen. Dies entspricht einem Rückgang bei Neugründungen um sage und schreibe 12,1 Prozent. Eine atypische Erscheinung in der Deutschschweiz. Nur im Urnerland gingen die ebenfalls Neugründungen zurück (ein Minus von 3,3 Prozent).

 

In der lateinischen Schweiz sticht der Kanton Tessin mit ebenfalls mehr als 10 Prozent weniger Neugründungen ins Auge. Flankiert durch den Kanton Waadt. Auch er weist eine rückläufige Entwicklung aus (ein Minus von 4,5 Prozent). Stagnierend ist die Entwicklung im Kanton Genf, wo nur ein halbes Prozent mehr Neugründungen stattfanden als im Vorjahr. Im selben Ausmass entwickelte sich auch der Jura (0,6%). Ähnlich lag Neuenburg mit einem Plus von 1,2 Prozent. Die Romandie darf somit als entwicklungsfähig bezeichnet werden. Atypisch ist einzig, dass der Kanton Freiburg aus der Reihe tanzt. Mit einer Zunahme von 8,9% reiht er sich eher in die Kantone der Deutschschweiz ein.

 

Die Deutschschweiz vermag mehr zu bieten. Fast 8500 neue Firmen wurden im Kanton Zürich gegründet. Eine Steigerung von 7,5 Prozent. Fast genauso hoch fiel die Zunahme im Kanton Zug aus (7,4%). Mehr Neugründungen als im Kanton Zürich verzeichneten jedoch die Kantone Solothurn (9%), Aargau (11,5 %), Basellandschaft (10,6%), Basel-Stadt (8%), Luzern (11,1%), Obwalden (38,2%), Schwyz (11,4%), Glarus (13,1%), Graubünden (9,6%) und Thurgau (15%).

 

All diese Kantone zeichnen sich aus durch stark ausgebaute und strukturiert aufgestellte Standortförderungen.

 

Das Corona-Jahr hat somit in der Schweiz zu einer Zunahme der Gründungen insgesamt geführt. Worauf ist das zurückzuführen? Das IFJ kommt zu folgenden Schlüssen:

 

«Im vergangenen Jahr profitierten einige Branchen vom veränderten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben. Noch nie wurden so Geld ausgegeben für Sport- und Freizeitartikel, Menschen investierten in ihren persönlichen Lebensraum inklusive IT-Infrastruktur fürs Homeoffice. Produzenten und Händler von Spielwaren sowie Medizin- und Sicherheitstechnik, Hofläden, Streamdingdienste, Hörbuchanbieter, Lieferdienste und generell der Onlinehandel erlebten einen enormen Boom. Trotz wirtschaftlich einschränkenden Massnahmen waren Gründerinnen und Gründer zuversichtlich, was sich im Wachstum in den meisten Branchen zeigt.»