Wir haben unsere Erfahrungen im Bereich der Standortförderung zusammengefasst und im „Handbuch Standortförderung“ festgehalten. Unsere Methode ist das Systemische Kommunalmanagement SysKom®. Die Publikation fasst alle bisher veröffentlichten Merkblätter zu den diversen Themen zusammen und ersetzt diese. Sie können dieses Handbuch hier im Webshop beziehen.

Das Handbuch geht auf die zahlreichen Herausforderungen für Gemeinwesen ein und bietet Hilfestellungen im Bereich der Standortförderung. Standorte wie Gemeinden, Städte und Regionen stehen im Wettbewerb und müssen laufend veränderte Rahmenbedingungen adaptieren und darauf eingehen. Standorte wollen sich entwickeln und verbessern. Standorte wollen Unternehmen anlocken und gute Steuerzahler. Standorte müssen sich verkaufen und mit ihren Einwohnerinnen und Einwohnern gut kommunizieren. In Standorten gibt es Entwicklungsprojekte, die gut gemanagt und schlank durch die Volksabstimmungen geschleust werden sollten. Mit einem strukturierten Massnahmenpaket werden die Herausforderungen angepackt und Lösungen realisiert.

Eine gute Standortförderung wirkt nach der Methode des „systemischen Kommunalmanagements“.

Alles beginnt mit einer Standortbestimmung. Das ist der erste Schritt auf dem Weg zur Zukunft. Welches sind unsere Vorzüge? Wo haben wir Nachteile? Welches sind unsere Wettbewerbsgemeinden, mit denen wir uns um Einfluss und Aufmerksamkeit duellieren? Die Standortbestimmung zeigt Ihnen im Detail auf, wie das geht. Ein Gemeinderating zeigt auf, wo unsere Gemeinde im Quervergleich steht und welches – von aussen betrachtet – unsere Vorteile sind.

Wenn Sie eine Standortbestimmung haben, können Sie diesen Schritt überspringen und gleich zum Schritt zwei gehen, zur Formulierung der Standortziele. Die Ziele für einen Standort können ganz verschiedene Aspekte umfassen. Wichtig ist, dass eine Gemeinde weiss, wohin die Reise gehen soll. Schlafgemeinde, Wohngemeinde, Werk-Gemeinde? Überaltert, dynamisiert, ghettoisiert, lebendig? Aufstrebend, überrollt, entleert, herausgefordert? Die in der Gemeinde bestehenden Leitbilder, Visionen und Legislaturziele geben Auskunft über diese Grundlagen. Hier geht es um die Standortziele.

Wenn Sie beides schon haben, können Sie natürlich direkt zu Schritt drei gehen: Die Standortplanung. Die raumplanerischen Grundlagen und Rahmenbedingungen geben vor, was wo entstehen darf oder soll. Darüberhinaus geht es aber oft auch um Projekte zur Verbesserung von verschiedenen Situationen wie beispielsweise Verkehr, Gesundheit, Bildung, Versorgung, Kriminalität, Soziales oder auch Umwelt. Hierzu ist oft ein konzertiertes Vorgehen über Jahre hinweg nötig. Dies führt zur Standortplanung.

Nun haben wir alles vorgekehrt, um zur Standortförderung im engeren Sinn überzugehen, dem Standortmanagement. Mit den geschaffenen Grundlagen und Rahmenbedingungen des Standortes kann nun die Entwicklung im Tagesgeschäft gestaltet werden.

Dieses startet mit Schritt vier auf dem Weg zur perfekten Standortförderung, dem Ansiedlungsmanagement. Firmen sollen sich ansiedeln und gute Steuerzahler auch. Dazu braucht es Strukturen und Prozesse. Dazu benötigen wir das Ansiedlungsmanagement. 

Wenn sich in Ihrer Gemeinde bereits genügend Firmen angesiedelt haben, können sich natürlich auf diesen Schritt vier auf dem Weg zur perfekten Standortförderung verzichten und direkt übergehen zu Schritt fünf, zur Wirtschaftsförderung.

Dabei geht es um die Bestandespflege. Firmen, die sich bei uns angesiedelt haben oder schon lange hier sind, sollen sich weiter entwickeln können und zufrieden sein am Standort. Hierzu ist es notwendig, eine Reihe von Massnahmen und Aktionen zu pflegen, die diesen Zielsetzungen dienen. Diese werden in der Funktion der „Wirtschaftsförderung“ zusammengefasst.

In Analogie zur Wirtschaftsförderung, die sich um die Unternehmungen kümmert, gibt es auch die „Wohnortförderung“. Sie strebt die Zufriedenheit der Einwohnerinnen und Einwohner an und beinhaltet alle Aspekte, die das Zusammenleben und die Atmosphäre fördern. Dazu gehören neben der Versorgungslage das Vereins- und Freizeitangebot, der Kulturelle Kult und Massnahmen der Naherholung und des Tourismus. Hierbei geht es um die „Wohnortförderung“.

Wir haben nun die ersten sechs Schritte auf dem Weg zur perfekten Standortförderung abgearbeitet. Die Schritte sieben und acht betreffen nun noch die Standort-Kommunikation. Diese Aspekte sind nicht deshalb auf Rang sieben und acht, weil sie weniger prioritär wären, sondern aus einem ganz anderen Grund: Kommuniziert werden kann erst dann, wenn es etwas zu kommunizieren gibt. Selbstverständlich fliesst alles, was geschaffen wird im Rahmen der Standortförderung, sofort in die Kommunikationsanstrengungen ein.

So ist Schritt sieben auf dem Weg zur perfekten Standortförderung darauf ausgelegt, zu prüfen, ob unsere Alltagskommunikation dem erforderlichen Standard entspricht. Wie sieht unsere Kommunikation an die Einwohnerschaft aus? Welches sind die Kanäle, die Botschaften, die Anlässe? Fragen des Bereichs Standortinformation, das Tagesgeschäft.

Wenn Sie der Auffassung sind, Ihre Kommunikation genüge den Anforderungen und eine explizite Aktion für die Standortvermarktung Ihres Standortes sei nicht erforderlich, dann können Sie auf Schritt acht verzichten. Andernfalls lohnt es sich, die Gedanken des systemischen Kommunalmanagements ernst zu nehmen und das Thema der Standortvermarktung konkret anzugehen.

Sie haben nun den Vita Parcours mit den acht Stationen durchlaufen. Somit sind Sie gerüstet, eine perfekte Standortförderung zu betreiben. Doch es verbleibt eine letzte Frage: Wer macht Standortförderung? Aus meiner Sicht ist es wichtig, eine Person fix mit dieser Aufgabe zu betrauen und ihr finanzielle und personelle Unterstützung zukommen zu lassen. Die Standortförderung Ihrer Gemeinde muss von aussen wahrnehmbar sein.

Ihr

Bruno Hofer

20.04.2022