Im schönen Berner Oberland

Malters heisst willkommen

Bereit für Ballenberg?

Goldiges in Entlebuch

Holz ist herzlich

Von Pflanzen umringt

UNESCO im Entlebuch

Standortvermarktung mit dem Weltmeiser

Die grüne Sitzbank, auf die ich mich setze, kommt wie gerufen. Nach rund 100 Kilometern Velofahrt bin ich schon etwas müde. Ich beginne das Stück Zwetschgenkuchen zu kauen, das ich im Laden gekauft hatte. Ob ich nicht noch tüchtig Schlagrahm drauf wolle? Hatte mich der Ladenbesitzer freundlich gefragt, als er den fremden Mann im Velodress wahrnahm, der zu ihm an die Kasse kam. „Das gibt Kraft!“ meinte er augenzwinkernd. Ein positiver Botschafter seiner Gemeinde. Gutmütig, zuvorkommend, freundlich. So scheint es im Simmental zu sein. Ich sitze also vor dem Primo-Laden auf der grünen Bank und schaue in die Runde. Esse meinen Kuchen und trinke ein kleines Redbull.

Was habe ich auf meiner Fahrt von Luzern kommend durchs Entlebuch, über den Schallenberg, via Steffisburg und Thun Richtung Zweisimmen erlebt? Mir fiel jedenfalls auf, dass im Entlebuch offenbar ein Wettbewerb der Gemeinden in Bezug auf ihre Willkommenstafeln herrscht. Da hat es viel Buntes und einige enthalten sogar recht umfangreiche Hinweise auf Versorgungseinrichtungen aller Art und sind somit richtige Plattformen der Standortinformation. Das Entlebuch zeigt zudem auf, dass man hier nachhaltig denkt. Hier gibt es die Biosphäre Entlebuch, die sogar ein UNESCO Projekt ist. Ob das Simmental nicht auch so einen Schutz verdienen würde? Hier sollte ja mal eine Autobahn gebaut werden, gegen die Franz Weber in die Hosen stieg, die dann aber wegen Problemen beim Zeuzier-Staudamm oben ausser Abschied und Traktanden fiel. Ob damit das Thema wirklich vom Tisch ist? Mir fiel jedenfalls auf, wie viel schneller ich im Simmental unterwegs war als im Entlebuch. Denke, das ist auch auf den Fahrtwind zurückzuführen, den die Autokolonnen verursachten, die sich durchs Tal Richtung Süden wälzen. Jedenfalls sorgen die Kantone Luzern und Bern vorbildlich für ihre Strassen. Dies fiel mir jedenfalls buchstäblich schlagartig auf, als ich am Col du Pillon, nicht mehr ganz so taufrisch übrigens, die Kantonsgrenze ins Waadtland überfuhr. Ob es im Wallis ähnlich ist, kann ich jedoch nicht sagen, da ich mich an die letzten 12 Kilometer ab Aigle (415 Meter über Meer) via Vionnaz hoch nach Torgon (1138 Meter über Meer) nicht mehr so genau erinnere. 207 Kilometer hinterlassen Spuren nicht nur auf der Strasse. Dennoch: Auf dem Velo sieht man mehr von den Schweizer Gemeinden als im Auto.

14.07.2021

Ihr

Bruno Hofer

Take aways

Wie sieht eigentlich unsere Willkommenstafel aus?

Sind unsere Einwohnenden Botschafter für die Gemeinde?

Wo steht unsere Gemeinde bezüglich den 17 UN-Ziele der Nachhaltigkeit?