Madame Frigo kommt zum Zug

 

Die Stadt Zug wird aktiv im Kampf gegen Food-Waste. Im neuen öffentlichen Kühlschrank herrscht das Bring- und Hol-Prinzip. Dahinter steckt auch eine soziale Komponente, wie Melanie Marti, Geschäftsleiterin des Angebots „Madame Frigo“ erläutert.

 

13.02.2026. – Fleisch und Fisch sind nicht erlaubt, Frischwaren aller Art können aber dem Verderben entgehen und anderen Freude bereiten. Ein Team von 3-5 Freiwilligen sorgt für Ordnung und Reinlichkeit.

 

Die Zahlen sind krass: 2,8 Mio Tonnen Lebensmittel landen in der Schweiz jährlich ungegessen im Abfall. Das entspricht rund 330 Kilogramm Lebensmittel pro Person. Foodwaste ist somit definitiv kein Randproblem, sondern ein handfestes Ressourcen-Desaster. Wer Foodwaste reduziert, schont Klima und Budget zugleich. Verantwortung beginnt bei Produktion, Handel – und bei uns zuhause.

 

Die Zuger Aktion wurde im Stadtparlament ausgelöst, berichtet Melanie Marti, Geschäftsleiterin von «Madame Frigo» im Spotify-Kommunalgeplauder dieser Plattform. Das sei zwar etwas unüblich, stamme doch normalerweise die Initiative aus privaten Kreisen.  So aber mussten die Zuger Behörden aktiv werden, unterstützten bei der Standort-, Personal- und Infrastruktur-Suche und bezahlten den einmaligen «Realisierungsbeitrag» von CHF 499.- an den Verein «Madame Frigo».

 

Zug ist die jüngste Station eines landesweiten Netzwerks von 183 Standorten mit Kühlschränken von «Madame Frigo», die allesamt von Electrolux gesponsert sind. Beworben wird das System in Social Media-Kanälen und im eigenen monatlichen Newsletter. Daraus resultieren jährlich rund 140 Anfragen, von denen jeweils 25 bis 35 in ein konkretes Projekt ausmünden.

 

Das zentrale Ziel ist Foodwaste-Reduktion, doch Melanie Marti berichtet von weiteren Effekten: «Wir stellen fest, dass die Tauschplattform auch finanziell weniger gut situierten Konsumentinnen und Konsumentinnen Zugang zu kostenlosen Lebensmitteln ermöglicht, was wir sehr schön finden.»

 

Vier Studentinnen der Uni Bern lancierten 2014 das Projekt, nachdem sie als Catering-Mitarbeiterinnen auf das Problem aufmerksam geworden waren. Sie stellten in Bern einen Kühlschrank auf.

 

Der Name «Madame Frigo» entstand später und auch nicht aus einem überholten Rollenbild heraus, sondern 2018, als die Initiative mithilfe des Migros Pionierfonds in einen Verein überführt wurde.