Kinder spielen sehen ist wunderbar. So unbeschwert sind sie doch noch, vor allem wenn es noch ganz kleine sind. Sie vergessen alles: Die Umgebung, das Gestern und das Morgen. Leben im Flow des Hier und Jetzt. Ihre Phantasiewelt ist alles was zählt! Einfach herrlich. So ist es doch! Und so war es immer. Ich kann mich gut erinnern. Und so wird es morgen sein. Doch dieses Kinderspiel soll nun zur Bundessache werden.
Einen Schulvogt hat nie eine Mehrheit für gut befunden. Aber ein Kindervogt soll es nun richten? Zumindest wenn es nach dem Willen der beiden Verbandsorganisationen für Gemeinden in der Schweiz und der Städte geht. Sie fordern ein Mehr von Volk und Ständen zur Schaffung einer neuen Verfassungsnorm, die vereinheitlicht, koordiniert, entmündigt und entwürdigt.
Eine sonderbare Logik. Ich erachte das aus 6 Gründen für einen Irrweg.
1.Kinderbetreuung ist Sache der Gemeinden. Die Bundesverfassung regelt Beziehungen zwischen Bund und Kantonen.
2.Kinderbetreuung ist ein Wettbewerbsvorteil. Gemeinden, die ihre Hausaufgaben gut erfüllen, sind attraktiv für Familien mit Kindern.
3.Gemeinden, die schlampten, sollen nun vom Bund unterstützt werden. Da müssen sich alle Gemeinden düpiert vorkommen, die gute Arbeit geleistet hatten.
4.Kinderbetreuung ist vorwiegend Sache der Eltern. Gerade bei tieferen Jahrgängen. Diesen Aspekt zu verstaatlichen bedeutet, Familien zu bevormunden und vor allem ihrer Verantwortung zu berauben. Dabei krankt unsere Gesellschaft nicht an einem zu viel, sondern an einem zu wenig an Verantwortung der Eltern für ihre Kinder. Flankierende Betreuungsinstitutionen auf Schulstufen sprechen eine deutliche Sprache. Die Verstaatlichung der Kindererziehung sollte nicht noch mehr gefördert, sondern eher wieder abgebaut werden.
5.Jede neue Verfassungsnorm löst Kostenfolgen aus. Und sei es bloss deswegen, weil sich in Bern eine Instanz mit dem Vollzug beschäftigen muss. Und da haben wir es: Die Verbände kassieren Geld von den Gemeinden, das sie ohnehin nicht haben, damit sie damit Schritte in die Wege leiten, die dazu dienen, dass die Gemeinden jenes Geld, das sie den Verbänden gaben wieder vom Bund zurückerhalten. Was für ein Leerlauf. Und wer zahlt die Zeche: Die Bewohnerinnen und Bewohner genau dieser Gemeinden!
6.Das Label der kinderfreundlichen Gemeinde existiert. Ein Wettbewerb der Standorte findet statt. Die Aussicht auf eine Verfassungsnorm nimmt Aktivitäten den Wind aus den Segeln. Und damit ist den Kindern im Vorschulalter erst recht nicht gedient.
Ich fände es gescheiter, die Verbände würden ihre Energie darauf verwenden, darüber nachzudenken, wie sie enger zusammenarbeiten und Kosten sparen könnten. Das würde den Gemeinden mehr helfen als eine Debatte über einen Kindervogt des Bundes.