GZA packt Chance. Die Covid-Herausforderung wird als Booster der Digitalisierung angepackt. Die Resultate können sich sehen lassen. Im Kanton Zürich werden neue Mittel zugesichert.

 

«Ich bin in kurze Zeit ein Fan geworden von digitalen Marketingaktivitäten“, berichtet Rolf Bühler, Director Europa der Greater Zurich Area (GZA).  „Weniger reisen ist ökologischer, man gewinnt Zeit und die Meetings sind fokussierter und besser vorbereitet.» Die Standortförderorganisation, die 9 Kantone und Institutionen der Wissenschaft umfasst, ging bereits im Februar quasi online. Etwa zusammen mit dem Kanton Graubünden und dem CSEM Landquart zum Thema Elektronik und Mikrotechnik oder zusammen mit der Greater Geneva Area und weiteren Partnern in einer mehrteiligen «Virtual Swiss Drone Industry Tour». Für den Markt Korea führte die GZA erstmals Webinare zu Cybersecurity und Fintech durch und führte koreanische Start-ups an die virtuelle Swiss Fintech Fair.  Auch der Mitgliedskanton Schaffhausen ging voran. Neu werden virtuelle Standortbesuche für ansiedlungsinteressierte Unternehmen angeboten.  

Intensiviert wurden auch die Social Media Kanäle. Debora Berger, Marketing-Director USA, New York, rapportiert auf Seite 10 des Jahresberichts: «Wir haben 2020 stark auf digitale Kampagnen zur Lead-Generierung gesetzt – etwa mit zielgenauen Anzeigen auf LinkedIn und Google. So ist es uns gelungen, auch ohne Reisen und Meetings mehr als 70 neue Unternehmen zu eruieren, die zur Technologiekompetenz der Greater Zurich Area passen.»

Die Resultate der neuen Denkweise können sich sehen lassen. Es finden Ansiedlungen und die Schaffung von Arbeitsplätzen statt. So kreiert der kalifornische Technologiekonzern Palantir – bekannt als Datenspezialist – am neuen Hauptsitz in Altendorf im Kanton Schwyz bis 50 neue Stellen. Speed U Up, eine Digitalagentur aus dem Tirol, gründet mit der Somedia AG ein Joint Venture in Chur. 75 Stellen sind geplant. Das amerikanische Unternehmen Vantage Data Centers baut in Winterthur einen Campus mit Rechenzentren. Und Green.ch investiert in Dübendorf (ZH) CHF 500 Mio für drei Datacenters.

Auch die Behörden nehmen die Resultate positiv zur Kenntnis. So haben der Kanton Zürich und auch die Stadt neue Beiträge zugesichert. Was den GZA-Präsidenten Balz Hösli freut: «Das sind beide schöne Vertrauensbeweise für die regionale Zusammenarbeit und auch für die GZA».