Ich muss noch einmal auf den Kindervogt zurückkommen. In einem Blog-Artikel lehnte ich einen Verfassungsartikel für Kinderbetreuung ab. Dabei sagte ich, die Idee stamme von den beiden Verbänden für Gemeinden in der Schweiz. Ich stützte mich dabei auf veröffentlichte Aussagen. Der Gemeindeverband legt jedoch Wert auf die Feststellung, sich von der Idee des Städteverbandes zu distanzieren.

In einer Stellungnahme an den Kommunal-Newsletter schreibt Claudia Hametner, stellvertretende Direktorin des Gemeindeverbandes, man werde entsprechende Bestrebungen im Parlament bekämpfen.

«Der Schweizerische Gemeindeverband ist in keiner Art und Weise für einen neuen Verfassungsartikel im Bereich der Kinderbetreuung. Im Gegenteil. Angebote für Kinder im Vorschulbereich und ihre Familien liegen primär in der Zuständigkeit der Gemeinden und Kantone. Sie haben in den letzten Jahren viel investiert und Angebote im Vorschulbereich auf- und ausgebaut. Die Gemeinden können Möglichkeiten schaffen, wo ein Bedarf gegeben ist. In verschiedenen Kantonen sind sie dabei in Koordination und Abstimmung mit den kantonalen Fachstellen unterwegs. Das ist der Weg, den es weiterzuverfolgen gilt. Aus Sicht unseres Verbandes sind die Kompetenzen und der Handlungsspielraum der Gemeinden unbedingt zu wahren. Eine allfällige schweizweite Verpflichtung, wie Kantone und Gemeinden den Vorschulbereich zu regeln haben, lehnen wir ab und werden uns auch in diesem Sinne in die kommenden parlamentarischen Debatten einbringen.»

Ich bedaure die Fehlinterpretation und entschuldige mich dafür in aller Form. Das Problem ist nur, dass die Öffentlichkeit nun verwirrt sein dürfte und sich fragen könnte, wer denn nun die Interessen der Gemeinden in der Schweiz vertrete und wie die Koordination von Stellungsbezügen erfolgt Deshalb bleibt meine Idee aufrecht, dass es eventuell Sinn machen dürfte, wenn die beiden Verbände sich verstärkt koordinieren und zusammenarbeiten würden. Beim Städteverband wird gegen Ende Jahr eine Stelle frei. Ein Window of opportunity?