Digitalisierung auf der Strasse – das Beispiel Bulgarien

Beispiele für gelungene Digitalisierungsprojekte lassen sich manchmal nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Ausland finden. Und zwar nicht nur im benachbarten Deutschland, Österreich oder Frankreich, sondern etwas weiter entfernt.

 

Nehmen wir zum Beispiel Bulgarien. Das ehemalige Ostblock-Land hat zwar den Anschluss an eine prosperierende Entwicklung noch nicht ganz gefunden. Wer das Land bereist stösst auf zahlreiche Industrieruinen aus der Sowjetzeit. Das Bruttonationaleinkommen beträgt auch 30 Jahre nach dem Fall der Mauer nur rund 7760 Dollar pro Einwohner (Schweiz: 80560).

 

In Sachen Digitalisierung kann sich Bulgarien durchaus sehen lassen. Wer mit dem Auto die schönen Landschaften und zahlreichen historischen Sehenswürdigkeiten (im Bild das Rila-Kloster) bereisen will, kann bereits im Voraus hier in der Schweiz eine Strassenvignette kaufen. Mehr noch: sie muss nicht mal ausgedruckt und mitgeführt werden. Auch kein Kleber auf der Windschutzscheibe ist nötig.

 

Es genügt, die Vignette online am Wohnort in der Schweiz zu lösen. Fährt man dann ins Land, wird man zwar schon irgendwann aufgehalten. Aber der Kontrolleur öffnet nur sein IPad und vergleicht das Auto-Kennzeichzen. Hat man die Vignette in der Schweiz online gelöst und bezahlt, kann man ruhig weiterfahren.

 

Ideen für Digitalisierungsvorhaben sind somit keine Grenzen gesetzt. Oft ist es möglicherweise auch besser, sich neue Prozesse auszudenken, als existierende Prozesse im digitalen Raum abzubilden versuchen.

 

Übrigens: Vignetten online lösen kann man auch in Ungarn, der Slovakei und Tschechien. Vielleicht bald auch mal in der Schweiz, wer weiss?

 

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