Wo ist der Befreiungsschlag à la Delamuraz?

Die aktuelle Covid-Krise wirft ein Licht auf die Funktionsweise des Schweizer Bundesrats. Von aussen betrachtet, stellt man fest, dass die Komplexität seiner Entscheide ständig zunehmen. Er will es allen recht machen. Sucht Kompromisse, schafft Einbezüge von Betroffenen. Will niemanden so wirklich aussen vor lassen. Je länger die Krise dauert, desto mehr Brainpower scheint der Bundesrat in das Thema zu investieren. Ich stelle mir vor, wie Heerscharen von klugen Köpfen im Hintergrund hier Inputs liefern.

 

Was dabei herauskommt ist der Salat, den wir heute haben. Keiner kommt mehr draus. In Kilometerdistanz gilt Unterschiedliches. Vollziehbar ist es ohnehin nicht mehr und zufrieden ist auch keiner. Werden so Leben gerettet? So man das überhaupt will (sorry das war jetzt ketzerisch).

 

In solchen Situationen hätte früher mal im Bundesrat ein Jean-Pascal Delamuraz als Bundespräsident eine Rolle eingenommen, die heute im Gremium niemand mehr spielen kann oder zu spielen wagt.

 

Er hätte wohl irgendwann das Antragsbündel schlicht aus dem Fenster geschmissen und in die Runde gefragt, ob es allen noch gehe.

 

Einen ähnlichen Anflug von Hellsicht scheint mir höchstens noch Ueli Mauerer zu bieten mit seinem Witz über den Schuldenberg, der so hoch werde, dass man völlig schneesicher darauf die olympischen Spiele durchführen könne. Aber auch das brachte nicht wirklich einen Befreiungsschlag.

 

Wie soll das noch weitergehen? Ich bin gespannt.

 

Ps. Unvergessen ist mir der Mitbericht von Delamuraz bei der T10.

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