Bestandespflege – ein zu schillernder Begriff?

Gestern war ich am Treffen bei Aargau Services, der Vereinigung der Standortförderer im Kanton Aargau. Da wurde in Workshops unter anderen diskutiert über die regionale Bestandespflege. Es ging nicht lange bis alle verwirrt waren. Man diskutierte nämlich aneinander vorbei. Jeder verstand unter Bestandespflege etwas anderes. Für mich ein Beispiel mehr das aufzeigt, dass es wichtig ist eine Ordnung in das System der Standortförderung hineinzubringen. Darum habe ich alle verfügbaren Begrifflichkeiten mal aus meiner Sicht eingeordnet in ein Gestell. Dieses deckt nun alles ab. Es gibt keine Widersprüche. Nach meinem Verständnis ist das erstmalig. Natürlich könnte man es auch anders machen. Wichtig aber ist, dass alles enthalten ist. Dass jedes Thema an einem Ort Platz findet. Im System des Kommunalmanagements der Hofer Kommunalmanagement AG ist Bestandespflege ein Begriff der gar nicht vorkommt. Weil er so unterschiedlich definiert ist. Im System von Hofer Kommunalmanagement AG haben wir ihn ersetzt durch den Begriff Wirtschaftsförderung. Diese Funktion beinhaltet alles, was dazu führt, dass die Wirtschaft. dh. die Firmen und Unternehmer resp. Gewerbetreibenden sich am Standort wohl fühlen und sich gerne weiter entwickeln wollen und können. Um dies zu schaffen gibt es allgemeine und spezifische Strategien. Zu den spezifischen Strategien gehören die Grundlagen wie Daten und Rahmenbedingungen, zu den spezifischen all das, was Firmen direkt zugutekommt. Mögliche Massnahmen gibt es in beiden Strategien natürlich eine grosse Menge. Und welche wo zum Einsatz kommen sollen hängt davon ab, was benötigt wird. Das ist je nach Standort etwas völlig anderes. Wie findet man nun heraus was unser Standort braucht? Ganz einfach: Man macht eine Standort-Bestimmung, dh. eine Analyse der Situation. Welche Branchen haben wir? Wie gross sind die Firmen? Wo liegen deren Probleme? Sind alle gut untereinander vernetzt? Und so weiter. Gestützt auf die Standort-Bestimmung können die Ziele formuliert. Vielleicht muss zuerst am Standort eine Standort-Entwicklung stattfinden beispielsweise durch eine bessere Verkehrsanbindung oder raumplanerischer Grundlagen. Wie gesagt, wichtig ist am Schluss einfach der Kern, nämlich dass Firmen und Unternehmer resp. Gewerbetreibenden sich am Standort wohl fühlen und sich gerne weiter entwickeln wollen und können. Schaffen wir noch kurz die Abrenzung. Nicht zur Wirtschaftsförderung gehört das Ansiedlungsmanagement. Nicht zur Wirtschaftsförderung gehören alle Marketing-Anstrengungen. Warum trenne ich das? Weil die Skill-Erfordernisse anders sind. Ein Wirtschaftsförderer muss etwas anderes können als ein Ansiedlungsmanager und der Vermarkter ist ein Werbeprofi aber kein Dealmaker. So stimmt dann alles zusammen.

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