Freiwilligkeit: Corona-Taten der Gemeinden

Fast alle Gemeinden bieten sich als Koordinationsstelle an. Helfer können sich melden, Suchende ebenfalls. Selten scheinen Gemeinden oder zuständige Organisationen auf  Menschen zuzugehen, die möglicherweise Hilfe benötigen. Nur in Arni im Kanton Bern habe ich erfahren, dass die Gemeinderäte ganz gezielt und bewusst ältere, alleine lebende Menschen von sich aus ansprechen. An den meisten anderen Orten müssen sie sich melden. Manche Gemeinden wünschen sogar, dass sie es «nur in Notfällen» tun sollen. Ich denke, es ist ganz wichtig, dass ältere Menschen kontaktiert werden, ist es doch hinlänglich bekannt, dass vor allem die ältere Generation sehr zurückhaltend ist, wenn es darum geht, sich Hilfe zu holen. Lieber kaufen sie doch selbst ein und setzen sich so Gefahren aus. Tödlichen Gefahren!

Zu den gängigsten Koordinationsdiensten der Gemeinden zählen Hilfe beim Einkauf, bei der Entsorgung, Mahlzeitendienste, Kinderbetreuung und Hundespaziergänge. Nicht jede Gemeinde bietet allerdings die ganze Palette an. Und nicht jede Gemeinde macht alles selber. Oft gibt es Vereine der Freiwilligenarbeit, die dies für die Gemeinde übernehmen. Oder es sind kirchliche Organisationen bzw. solche wie Pro Senectute oder Frauenvereine, die in die Bresche springen

Es gibt Regionen, die sich vernetzt helfen. So beispielsweise die Region Sursee im Kanton Luzern. In der Plattform «Region Sursee hilft» sind rund 12 Gemeinden verbunden mit Unterorganisationen der Freiwilligenarbeit.

Die Gemeinde Beromünster hat ihre für das Lokalmarketing zuständige Stelle verbunden mit den rund 16 Detaillisten. Der Verein «5 Sterne-Region.ch» verfügt als private Marketingorganisation über einen Leistungsauftrag der Gemeinde. Gemeinsam mit dem Detaillisten-Verbund wurde ein Hauslieferdienst auf die Beine gestellt für Beromünster, Gunzwil, Neudorf sowie Schwarzenbach. In einzelnen Gemeinden sind es auch Organisationen.

In Zeiten von Corona erlebt Freiwilligenarbeit eine neue Blüte. Zu hoffen bleibt, dass dieser Trend auch dann weiterbesteht, wenn die Krise in ein paar Monaten vorbei ist.

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